Geschichte der Kirche

kirchealt

  • Ausrichtung: West-Ost
    • Länge:32 m
    • Breite: 12 m
  • kirche friedhof

    "Meldingen" wird urkundlich zwischen 1111 und 1137 genannt. Eine Urkunde des 18. Jh. ist nicht eindeutig, dennoch ist ein hohes Alter des Ortes anzunehmen. Hier kreuzten sich schon die mittelalterlichen Kaufmannsstraßen. Zwei mächtige Burgen, von denen eine ursprüglich frühgeschichtliche Fluchtburg gewesen sein soll, wurden im Sächsischen Bruderkrieg zerstört und sind dann verfallen. Mellingen war im Mittelalter befestigt. Der Ort hatte fünf Tore und besaß jahrhundertelang Marktrechte.

    Die früheste kirchliche Nachricht, die von einem Pfarrer in Mellingen spricht, stammt aus dem Jahre 1282. Damals gab es im Ort 2 Kirchen: St. Michael links der Ilm, 1299 erstmals genannt, und St. Georg, früheste Nachricht aus dem Jahr 1333. Diese Kirche stand an der Stelle der heutigen St. Georg Kirche. Mit der Einführung der Reformation wurden die beiden Pfarreien durch Kirchenvisitationen unter Melanchthon zusammengelegt. Reste des Turmes und der Mauern der nach der Reformation verfallenen Michaelskirche waren bis 1843 sichtbar.

    Die St. Georg Kirche erlitt im Dreißigjährigen Krieg schweren Schaden. Das Dach wurde vollständig zerstört. Die Gemeinde begann 1667 zunächst mit Reparaturen, gestaltete dann aber in den folgenden Jahren die Kirche völlig um. Der Turm wurde abgetragen und nach zwei Jahren (jetzt im Westen des Bauwerks) mit Schweifhaube und kleinem achteckigen Aufsatz vollendet. Eine Inschrift an der Westtür außen erinnert an die Bauarbeiten im Jahre 1669.

    1724 - 1730 wurde das Kirchenschiff neu gestaltet. Es erhielt einen dreiseitigen Chorabschluß, 13 große Fenster sowie 6 Dachfenster, eine Holztonne, doppelte Emporen und einen prächtigen Kanzelaltar in vier Geschossen mit reicher Barockarchitektur, der unten die ganze Breite des Altarraumes einnimmt. Die Dacheindeckung erfolgte mit Schiefer.

    Ein großer barocker Messingleuchter, wohl Flämische Krone genannt, hängt in der Mitte des Kirchenschiffes.

    Mit der grundhaften Erneuerung des Innenraumes wurde der Leuchter abgenommen und vollständig durch Herrn Achim Luge überholt.

    Durch eine funkgesteuerte Absenk- und Hubeinrichtung kann der ca. 150 kg schwere Leuchter wieder mit Kerzen bestückt werden und zu kirchlichen Feiertagen im hellen Kerzenschein erleuchten.

    1964-1966 erfolgte eine große Innenrenovierung, 1987 musste der Vorbau abgerissen und neu aufgebaut werden. Seit dem Jahre 1730 erfolgte 2006 erstmals wieder eine Generalüberholung. (vgl. realisierte Projekte)

    Das Pfarrhaus

    Das Pfarrhaus wurde im Jahr 1849 erbaut, nachdem Brände die zuvor auf dem Kirchberg errichteten, bis ins 17. Jahrhundert zurückgehenden Pfarrhäuser vernichteten.

    Im Jahre 2009 wurde das Pfarrhaus innen neu gestaltet.

    Nun befinden sich im Erdgeschoß die Gemeinderäume, einschließlich eines großen Raumes, in dem in den Wintermonaten Gottesdienst gefeiert wird und der für Veranstaltungen der Kirchgemeinde und des Fördervereins genutzt wird.

    Das Ev.-Luth. Kirchspiel Mellingen/Umpferstedt mit den Gemeinden Mellingen, Köttendorf, Umpferstedt, Taubach, Lehnstedt, Schwabsdorf; Wiegendorf und Rödigsdorf wird von der Pastorin Johanna Oberthür geleitet.

    pfarrhaus turmblick